Skechers 22752 Mule Damenschuhe No Limits Slip-On Mule 22752 Sneaker- Choose SZ/Farbe. cb79a5

ZOiS Spotlight 15/2017 von Julia Glathe (21.06.2017)

Durch Hooligans zerstörte Bestuhlung in Stadion von Bryansk in Russland. Foto: Zac Allan

Seit wenigen Tagen läuft in Russland der Confederations Cup. Das Turnier gilt als Generalprobe für die Fußballweltmeisterschaft der Männer, die Russland im kommenden Jahr ausrichtet. Vor dem Hintergrund der extremen Ausschreitungen während der vergangenen EM in Frankreich besteht in der internationalen Öffentlichkeit die Sorge, dass russische Hooligans das Großereignis im eigenen Land zu einem „Festival der Gewalt“ machen werden. Damals hatten bis zu 300 gut trainierte Hooligans aus Russland den Austragungsort Marseille in den Ausnahmezustand versetzt: Hunderte Verletzte, darunter zwei lebensgefährlich, und die Verwüstung des Innenstadtbereichs stellten die schockierende Bilanz dar.

Die Radikalität und Brutalität sowie die offenbar organisierten Strukturen russischer Hooligangruppen bei der EM in Frankreich haben die internationale Öffentlichkeit überrascht. Neu ist das Phänomen einer gewaltbereiten Hooligansubkultur in Russland jedoch nicht. Bereits in den 1990er Jahren bildeten sich dahingehende Strukturen innerhalb der russischen Fanszene heraus. Heute manifestiert sich dies in verschiedenen Formen der Gewalt: Neben Ausschreitungen innerhalb und um das Fußballstadion herum, finden regelmäßig organisierte Schlägereien zwischen rivalisierenden Hooligangruppen an abgelegenen Orten, zum Beispiel im Wald, statt. Auf diese informellen Wettbewerbe bereiten sich die häufig kampfsporterfahrenen Teilnehmer in Fitnessstudios und Kampfklubs vor, wie die von der BBC ausgestrahlte Dokumentation „Russia’s Hooligan Army“ eindrücklich vermittelt.

Besonders problematisch ist die Verbindung zwischen Teilen der gewaltbegeisterten Fanszene zur rechtsradikalen Bewegung und das damit verbundene Mobilisierungspotential. In Moskau kam es 2010 zu der bislang stärksten Mobilisierung, als sich rund 4.000 Hooligans und Neonazis auf dem Manege-Platz versammelten, rassistische und polizeifeindliche Slogans riefen und zahlreiche Menschen „nicht-russischen“ Aussehens brutal angriffen. Im Oktober 2013 kam es in dem Moskauer Vorort Birjulevo zu einem regelrechten Pogrom, als eine lokale Protestkundgebung gegen die staatliche Migrationspolitik eskalierte und Anwohner*innen gemeinsam mit Hooligangruppen unter lautstarken Parolen wie „Russen vorwärts“ und „Wir sind Russen, wir sind zu Hause“ von Migrant*innen betriebene Geschäfte und Märkte verwüsteten. Ereignisse von solchem Ausmaß sind seither glücklicherweise ausgeblieben. Rassistische Vorfälle in und außerhalb des Stadions ereignen sich jedoch nach wie vor regelmäßig, wie das Informations- und Dokumentationszentrum SOVA gemeinsam mit dem Netzwerk FARE in Reports dokumentiert.

.

Die russische Politik ist sich der Gefährdung durch die gewaltbereite Fanszene, ihrer Verbindungen zur radikalen Rechten und ihr damit einhergehendes Potential, die WM im eigenen Land zu stören, durchaus bewusst. Darüber sollten auch die Tweets des Vorstandsmitglieds des russischen Fußballverbandes, Igor Lebedev, mit denen er die russischen Hooligans in Frankreich gar anzuspornen schien oder sein in diesem Jahr vorgebrachter Vorschlag einer Formalisierung von Hooligankämpfen als regulärer Sportwettkampf, nicht hinwegtäuschen. Tatsächlich findet in Russland schon seit Jahren eine stärkere Regulierung der Fanszene statt, die von großen Teilen der Fanszene als äußerst repressiv kritisiert wird.

Bereits 2011 wurden mit Blick auf die WM „Verhaltensregeln für Stadionbesucher und die Gewährleistung ihrer Sicherheit“ eingeführt. Ein zentraler Einschnitt fand im Jahr 2014 statt, als eine weithin unter dem Titel „Fangesetz“ bekannte Gesetzesänderung in Kraft trat. Das Gesetz verbietet nun unter anderem die Beleidigung anderer Fans durch Banner oder Sprechchöre, Trunkenheit, extremistische Propaganda sowie den Einsatz von Pyrotechnik. Im Falle mehrfacher Verstöße drohen Geldstrafen von bis zu 15.000 Rubel sowie Stadionverbote von bis zu sieben Jahren. Zusätzlich wurde im März 2015 beim Russischen Fußballverbund die Stelle eines „Inspektors für Rassismus“ ins Leben gerufen, nachdem ein Report das Ausmaß rassistischer Fankultur in Russland publik gemacht hatte. Darüber hinaus verabschiedete das russische Parlament Ende Juni 2016 ein Gesetz, demzufolge ab Januar 2017 der Verkauf und der Eintritt zu Sportveranstaltungen in Russland nur noch personalisiert unter Vorlage eines Passes erfolgen darf. Damit verbunden ist das Instrument einer so genannten Schwarzen Liste, auf der gewaltbereite Fans erfasst werden, denen der Zugang zu Sportveranstaltungen verwehrt werden soll. Die Zahl der dort aufgeführten als gewaltbereit geltenden Hooligans ist mittlerweile auf 191 Personen angewachsen (Stand Juni 2017).

Nach den Ausschreitungen in Frankreich unterzeichnete Russland gemeinsam mit einer Reihe weiterer Staaten im Juli 2016 eine Konvention des Europarats für mehr Sicherheit in Fußballstadien. Das Abkommen zielt darauf ab, die Kooperation der Polizeibehörden und den Dialog zwischen lokalen Behörden, Fußballvereinen und Fans zu fördern. Auch personell wurde nach dem EM-Skandal in Frankreich ein Zeichen gesetzt, als der Vorsitzende des Allrussischen Fanverbands (VOB), Aleksandr Šprygin, während der Versammlung des Russischen Fußballverbands öffentlichkeitswirksam vorrübergehend festgenommen wurde, die Vereinigung selbst aus dem Verband ausgeschlossen und dessen Büroräume in den darauffolgenden Tagen durchsucht wurden.

Im April dieses Jahres wurde schließlich die Gesetzeslage bezüglich Fangewalt erneut verschärft. Strafen für Verstöße gegen Stadionverbote wurden auf bis zu 50.000 Rubel verdoppelt. Darüber hinaus können nun auch bereits erstmalige „schwerwiegende Regelverstöße“ zu Stadionverboten von bis zu sieben Jahren führen. Das Gesetz richtet sich außerdem erstmals auch gegen mutmaßliche Hooligans aus dem Ausland. Ausländischen Fans soll die Einreise verweigert werden können, falls sie zuvor in oder außerhalb Russlands die öffentliche Ordnung bei Sportveranstaltungen oder anderen Massenevents gestört haben oder wenn der Verdacht vorliegt, dass sie dies während der WM in Russland beabsichtigen. Neben den gesetzlichen Verschärfungen sollen die Sicherheitsorgane für „Ordnung“ sorgen. Eine Reihe von Fans berichteten gegenüber der New York Times von wiederholten Einschüchterungsversuchen durch die Polizei und von mutmaßlicher Überwachung. Darüber hinaus werden seit Monaten regionale Sicherheitskräfte in gezielten Trainings auf eine mögliche Intervention in Hooliganausschreitungen vorbereitet. Während der WM ist eine massive Polizeipräsenz zu erwarten.

Laura Vita Dune 04 Damenschuhe Orange Weiß Pelle Sandale - 38 EU,Cafè Noir MHG935 SANDALO SU ZEPPA CORDA CON CAMOSCIO E STRASS,COLE HAAN Schuhes 851296 Weiß 6 1/2,Stiefeletten Damen Schuhe TOP Stiefel 0978 Camel 38,Womans Größe 4.5 Nike Air Max 90 Prem Brand New Rrp,Tamaris Damenschuhe 22402 Closed Toe Heels, Blau (Silber Comb 948) 7 UK,BZ484 MUSELLA schuhe Blau suede patent Leder Damens Sandales EU 35,EU 36,EU 41,BD 84721 Nero Laura Biagiotti Stivaletti Laura Biagiotti Damenschuhe Nero 84721 Stiva,Birkenstock Sydney Birko-flor Narrow Fit Damen Pastel Grün Synthetik Sandalen,Dr SCHOLL ciabatte 1 velcro CHIARA GRIGIO vernice plantare estraibile BioPrint,Sheego XL Weitschaftstiefel in Weite G, cognac , Gr. 43,Damenschuhe NIKE FREE RN FLYKNIT 2017 SIZE 5 EUR 38.5 (880844 010)BLACK/ANTHRACITE,Nike Air Max 90 Ultra 2.0 GS Running Trainers 869950 001 Sneakers SchuhesBella Vita Damenschuhe Wow Leder Pointed Toe Classic Taupe/Gold Camo Größe 6.5New Damenschuhe Geox Taupe Nebula Nylon Trainers Running Style Elasticated Slip On,Weiß Mono Customised Converse Größe 4 5 6 7 8New Balance 373 Modern Classics Damen Cream Wildleder & Textil - 7 UK,NIKE AIR MAX WMNS Gr. 38Kickers, Ankel Boot Westiti, Gr.37 Stark ROTuziert,Arnaldo Toscani Schuhes Damens Lace up Grau 87529 BDT OUTLETJil Sander Pumps Schuhe Leder Reptil Schwarz Gr 38 Neuwertig,Reebok Classic Nylon Damenschuhe Lilac Schuhe da Ginnastica - 4 UK,Damenschuhe Clarks Emslie Twist Niedrig Heel Leder Ankle Stiefel Sz GrößeCLARKS WOMEN'S ANKLE Stiefel HEELS TAUPE LEATHER BUCKLE EU SIZE 42 / UK 8 D,BZ402 ADIDAS schuhe gray suede Damens Turnschuhe EU 40,EU 39 1/3,Ballet High Heels, Gr. 46, 21cm Absatz, Schwarz & Transparent,Spieth & Wensky - Damen Schuhe, 453 Jessica schwarz/St.bordeaux,Free People delaney Damenschuhe Flat Sandales taupe ref 9.5 US / 7.5 UKIvanka Trump Frauen Genese2 Offener Zeh besonderer Anlass Leder RiemchenSandaleNando Muzi Weiß Open Toe Heels 36,.

Der aktuelle Monitoring-Report des Netzwerks FARE und des Sova Centers (siehe Tabelle) zeigt, dass Russland im Kampf gegen den Rassismus im Fußball Fortschritte gemacht hat: Die Zahl der rassistischen und rechtsradikalen Vorfälle bei russischen Spielen in der Saison 2016/2017 verringerte sich von 101 auf 89 im Vergleich zur letzten Saison.

Inwieweit die Maßnahmen zur Regulierung der Hooligangewalt langfristig Wirkung entfalten, bleibt abzuwarten. Es ist aber zu befürchten, dass reine Repression ohne die Ausweitung alternativer Instrumente der sozialen Arbeit mit Fangruppen eher die gewaltbereiten Gruppen in den Untergrund verdrängen, als eine liberale Fankultur zu fördern. In den letzten Jahren sind in begrenztem Maße seitens staatlicher Akteure aber auch kooperative Ansätze zur Etablierung einer gewaltfreien Fankultur zu beobachten, zum Beispiel durch Runde Tische zwischen Fußballfunktionären und Fanvertretern zum Thema Vorbeugung von Fangewalt. Hoffnung machen aber vor allem zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Fangruppe „ZSKA Fans Gegen Rassismus“, die sich für ein alternatives, anti-rassistisches und anti-homophobes Fanmodell einsetzen.


Julia Glathe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.